Kurzkritik "Scheisse Schimanski"
von Patrick Wildermann
Tagesspiegel vom 22. März 2010
Im Ballhaus Ost in der Pappelallee hat man sich ein Wochenende lang in Theateraufführungen, Workshops, Vorträgen und Filmvorführungen Gedanken gemacht über das Geld. Und die Liebe. Und die Verbindung zwischen beiden. Wobei man manchmal den Zusammenhang während dieser „Love and Economics“ überschriebenen Utopien-Exerzitien auch suchen muss. Zum Beispiel in der jüngsten Produktion des munteren Menschen- und Puppentheaters Das Helmi, die den eingängigen Titel „Scheisse Schimanski“ trägt.
Erzählt wird eine irrlichternde Räuberpistole aus dem Kohlenpott, in der Schimanski mit Kollege Thanner an der Ruhr campiert. Irgendwie geht es wohl auch um den Niedergang der Region. Egal, unterhaltsam ist diese Schnauzbart-Show, vor allem, wenn die wundervoll entrückte Stephanie Stremler sich in Schimanski verwandelt.
Liebesspiel in der Luft
von Katharina Hamacher
Aus der Kölner Rundschau vom 25. November 2009
zu "Let's talk about Sex" beim Theaterfestival Impulse
Berlins freche Puppenbühne "Das Helmi" hat das Kölner Theaterfestival Impulse mit einem Aufklärungsstück eöffnet. Die vier Schaumstoffpuppen durchleben das ganz normale pubertäre Gefühlschaos - ganz ohne Tabus.
Keine Fragen offen lassen die Schaumgummi-Akteure von "Das Helmi". Lady Chantal spricht von Anfang an Klartext. Nachdem die Bienchen noch recht dezent um das Blümchen und somit um den heißen Brei herumgesummt sind, läßt die "Femme fatale" unter den Schaumstoffpuppen keinen Zweifel daran, was "Das Helmi" seinen jugendlichen Zuschauern eigentlich sagen möchte: "Wir werden all das ansprechen, wozu eure Lehrer nicht die Eier in der Hose haben."
Rezension: MATRIX
von Friedhelm Teicke
Aus der ZITTY vom 24. September 2009
Zum zweiten Mal (nach der brasilianischen Goethe-Adaption "Faust auf Faust") macht Cora Frost, die Chanteuse der blauen Stunde, gemeinsame Sache mit dem gefeierten Puppentheater Das Helmi. Diesmal haben sie sich den Kultfilm "Matrix" vorgenommen, den Geniestreich der Wachowski-Brüder von 1999, und auf die Helmi-typische, unfertig wirkende Ästhetik herunter gebrochen.Respektloser Schiller
Theaterkritik von Ulrike Borowczyk
Aus der BERLINER MORGENPOST vom 09. Juli 2009
Zwangsverpflichtung aller Berliner Studenten zum Chorsingen? Nicht mit Karl Moor und seinen Kommilitonen! - Lieber verbrennen sie ihre Ausweise, lassen das bürgerliche Kastraten-System hinter sich und wandern in den Wald aus. Weichei Karl würde ja am liebsten eine Theatergruppe gründen, aber das ist Roller, Eddie und Spiegelberg nicht radikal genug. Sie wollen eine Räuberbande. Natürlich ganz ohne Chefs als Kollektiv.
Endlich mal wieder ein richtiger Klassiker
von Christian Rakow
Aus der BERLINER ZEITUNG vom 03. Juli 2009
Mit einer Drehbühne (!) treten die Helmis dieses Mal an. Die ist zwar nur knappe drei Meter im Durchmesser groß und handbetrieben, aber immerhin. Ein Schloss mit mehreren Räumen hat darauf Platz. Darin und davor agieren die fünf Puppenspieler, die Helmi-Gründer und -Veteranen (Florian Loycke, Brian Morrow, Emir Tebatebai) und neue Gesichter (Okka Hungerbühler, Stephanie Stremler). Ihre Schaumstoffheld en frei nach Schiller haben sie sich um die Hüfte geschnallt oder auf die Hand gesteckt. Gelegentlich greifen sie zu Gitarre und Schlagzeug.
Klapp- und Großmäuler
von Martin Vögele
Aus dem MANNHEIMER MORGEN vom 22. Juni 2009
Figurentheater: Das Helmi amüsiert mit "Am Arsch die Räuber"
Revolutionäre Ideen klingen anders: "Wir wollen eine Theatergruppe gründen". "Oh nee!", maulen die Studenten Freund Karl da an, es muss schon etwas Brisanteres, Dramatischeres gefunden werden. Schließlich ist man bereit, Hochschulausweise und Kreditkarten zu verbrennen, kurz: Der bürgerlichen Gesellschaft vollständig und endgültig den Rücken zu kehren. Dann also: "Eine Räuberbande", selbstredend "als Kollektiv" organisiert.
Pillermann greift an
von Doris Meierhenrich
Aus der BERLINER ZEITUNG vom 28. Mai 2009
Sexualaufklärung vom Helmi im HAU 2 und "Planet Porno" im HAU 1
Miteinander zu tun haben die beiden Vorstellungen eigentlich nichts. Und doch könnte der langnasige Captain Pillermann mit seiner Freundin, der sprechenden Schaumstoffvulva, vom Puppentheatertisch des Helmi im HAU 2 geradewegs auf die große Showbühne im HAU 1 hinüber wechseln. Dort nämlich rühmt zur gleichen Zeit Mario Barth das Fisten und ein offenbar schwer in Barack Obama verknallter Howard Carpendale haucht seine Anbiederungsschnulze "Yes we can" ins Mikro. Niemanden würden die beiden losen Genitalien dort irritieren. Vielleicht wäre Patrick Wengenroths neue "Planet Porno"-Folge, mit der er die mediale Erregungsshow der Finanzkrise entblößen will, damit noch alberner geworden. Denn darum geht es - oder um etwas Schlimmeres, nämlich Dummheit. Eine Dummheit, die weniger mit dem trashigen Show-Theater zu tun hat als mit der inhaltsarmen, emotional aufgespritzten Medienwirklichkeit, die es Satz für Satz bloßstellt.
Faust als Freak-Show
Bremer Pressetext, Mai 2009
Cora Frost und "Das Helmi" nahmen sich den Klassiker vor"Das war ja echt ein anarchistischer Abend!" Da ist sich das Grüppchen junger Leute, das aus der Premiere von "Faust auf Faust" aus der Stauerei in der Überseestadt kommt, einig. Denn der Budenzauber, den die Puppenspiel-Gruppe "Das Helmi" rund um den bedeutendsten Säulenheiligen der deutschen Literatur veranstaltet, mutet doch recht eigenartig an. Faust als Freakshow sozusagen, aufgepeppt mit brasilianischem Musik- und Sprachkolorit. Denn dieser Faust beliebt in Südamerika zu weilen.
"Komm zurück, Schimi"
Aus der Hamburger Morgenpost, November 2008
Ist das noch Ruhrpott - oder sind wir schon in Absurdistan? Im Nachtasyl, der Bar im obersten Stockwerk des Thalia Theaters, kann man sich nicht ganz sicher sein: In der Persiflage "Komm zurück, Schimi. Tief im Westen geht die Sonne auf" zerlegt ein Künstlerkollektiv um die Berliner Puppentheatergruppe "Das Helmi" und Schauspieler Felix Knopp lustvoll den Mythos Horst Schimanski.
Bleib, wo du bist, Schimi, ...
Die Welt vom 10. November 2008
Soll er wirklich zurückkommen, der Schimi, der Horst Schimanski? Natürlich nicht, auch wenn sich das Stück im Nachtasyl des Thalia Theaters "Komm zurück, Schimi" nennt, erarbeitet von Schauspieler Felix Knopp und der Berliner Puppenbühne "Das Helmi".
"Der Berliner Gaettong"
Kritik auf der Internetseite des Kulturradio Berlin zu "Der Berliner Gaettong" an der Volksbühne.
Im November 1989 fiel die Berliner Mauer, das war der Anfang vom Ende der deutschen Teilung. In Korea aber stehen Mauern und Stacheldrahtzäune immer noch und teilen das Land. Im Norden die letzten Stalinisten mit ihrem Steinzeit-Kommunismus, im Süden die westlich geprägte Demokratie. Aus Südkorea kommt jetzt ? für nur zwei Tage ? eine Inszenierung der besonderen Art in die deutsche Hauptstadt: Sie heißt Der Berliner Gaettong, basiert, laut Pressemitteilung, auf dem koreanischen Mythos Sanneumeo Gaettong und spiegelt das Teilungsschicksal zweier Völker wider.
Presselinks
Es wurde schon vieles über uns geschrieben. Hier weitere Artikel.
"Schimis letzter Fall"
NRZ, 27.11.2008:
"Berliner Schimi im Ruhrpott abgefeiert"
WAZ, 27.11.2008:
"Kunstschnee in der Favela" zu Faust auf Faust
Presseartikel TAZ vom 8.Oktober 2008:
Der Gaettong ist nach Deutschland geflogen und spielt nun dort
mit der Wiedervereinigung und Globalisierung
The Korean Theatre Journal, 1. März 2008
Das Puppentheaterstück „Der Berliner Gaettong“ hat neue Möglichkeiten gezeigt
Bonjil & Hyeosang, 1. März 2008
Eine koreanisch-deutsche Begegnung in dem nicht-kommerziellem
Puppentheaterstück „Der Berliner Gaettong“
The Hankyoreh, 17. Januar 2008
Nicht erschrecken, ich bin der Mörder
Neue Zürcher Zeitung, 4. Dezember 2007
Über 8.000 Zuschauer beim Festival Impulse
NRW-Kultursekretariat, 2. Dezember 2007
Die Repräsentationsanarchisten
K-West, November 2007
Trashiges Puppentheater, nicht jugendfrei
Kultur.ARD.de, 30. November 2007
Trash-Puppen verwursten die Geschichte
Westdeutsche Zeitung, 30. November 2007
Poppentheater
Gelderlander, 29. November 2007
Gaudi mit dem Killer Leon
Kölnische Rundschau, 27. November 2007
Autokrat mit Killerelefant
Westfälischer Anzeiger, Hellweger Anzeiger, 26. November 2007
Zwölf Euro Wettgewinn
taz, 27. November 2007
Neue Puppen, alte Bekannte
Spiegel online, 24. November 2007
Mad Max in Bollywood
Bühne Zitty Online, 17. Oktober 2007
Dagegen sehen die Muppets blass aus
Berliner Morgenpost, 3. April 2007
Arsen und Spitzenhäubchen
Bühne Zitty Online, 1. Dezember 2006
Mordende Puppentanten
Berliner Zeitung, 16. November 2006


